Hallo, ich bin Denisa. Zusammen mit meinem Partner Amaury sind wir zwei Alleinreisende, die sich aufgrund ihrer Liebe zu den Bergen kennengelernt haben – ein Jahr später haben wir das Alleinreisen gegen das gemeinsame Reisen eingetauscht. Denisa, die manchmal mehr Zeit in ihrem Zelt als in ihrem Bett verbringt. Amaury, dessen ganzes Leben sich um Räder dreht: sie fahren, sie bauen, mit ihnen arbeiten.
Im Juni haben wir uns mit unseren Rädern auf ein einmonatiges Abenteuer begeben. Wir starteten zu Hause in Annecy, in den französischen Alpen. Zunächst radelten wir durch die Schweiz und das Elsass und besuchten unsere Familien in Belgien und der Tschechischen Republik. Dann machten wir uns auf den Weg nach Süden durch Österreich zum Höhepunkt unserer Reise: den Dolomiten. Doch damit war die Geschichte noch nicht zu Ende, denn zwischen uns und unserem Zuhause lag noch ein großer Teil der Alpen.
Meine Radreise begann letztes Jahr, als ich mir ein Gravelbike kaufte und 3.200 km vom Baskenland in die Tschechische Republik fuhr, um meine Mutter zu besuchen. Während dieser Reise wurde mein Rad zu meinem besten Freund, der mich auf eine Reise der Selbstfindung begleitete. Es gab mir ein Gefühl von Freiheit, wie ich es noch nie zuvor erlebt hatte: Plötzlich war alles nur eine Radtour entfernt. Heute, mit drei Rädern und Tausenden von Kilometern in den Beinen, hat sich das Radfahren von einem Fortbewegungsmittel zu einer großen Leidenschaft und zu einem Werkzeug entwickelt, mit dem ich sowohl die Welt da draußen als auch mein Inneres erkunden kann. Oh, und vor allem macht es wirklich Spaß.
Einer der ganz besonderen Momente unserer Reise war die Überfahrt von Deutschland in die Tschechische Republik. Einem kleinen Bach und dem Gesang der Vögel folgend, gelangten wir in den Nationalpark Böhmische Schweiz, wo uns sanfte Schotterwege und steile Hügel empfingen, umgeben von Wildnis und tiefem Wald. In diesem Moment verspürte ich eine tiefe, schlichte Freude, das Gefühl der Geborgenheit, „zu Hause“ zu sein, und gleichzeitig den Nervenkitzel des Abenteuers. Es war eine wunderschöne Mischung aus Emotionen: die Freude, wieder in meinem Heimatland zu sein, es vom Sattel aus neu zu entdecken und diese Erfahrung mit meinem Lieblingsmenschen zu teilen. Dieser Moment fühlte sich wirklich besonders an. Auch Amaury war sprachlos – nicht nur wegen all der Schönheit und der steilen Anstiege, sondern auch wegen der unglaublich günstigen Bierpreise!
Minimalismus spielt eine große Rolle. Je leichter das Fahrrad, desto weniger Belastung für Körper und Geist.
Wenn du dir bewusst überlegst, was du mitnimmst, kannst du dich ganz auf das Erlebnis konzentrieren, statt auf deine Sachen.
Letztendlich geht es beim Bikepacking genau darum: um das Erlebnis. Das Leben in vollen Zügen zu genießen und Spaß zu haben.
Der größte Vorteil des Bikepackings ist die Unabhängigkeit, die es bietet. Mit ein wenig Planung und Vorbereitung bist du autark und kannst die Welt nach deinen eigenen Vorstellungen und aus eigener Kraft erkunden. Wir haben nicht jedes Detail unserer Route im Voraus festgelegt, sondern lediglich eine Wunschliste mit Orten erstellt, die wir sehen wollten. Jeden Tag haben wir die Punkte miteinander verbunden und die Reise ganz natürlich auf uns zukommen lassen, ohne die Einschränkungen von Reservierungen oder Zeitplänen. Die Leute fragen oft, wo wir in dieser Nacht schlafen werden, aber wir wissen es selten. Es ist in Ordnung, das nicht zu wissen. Die Route zeigt uns den richtigen Platz für unser Zelt, oder unsere Müdigkeit sagt uns, wann es Zeit ist, anzuhalten. Und mit der Zeit habe ich gelernt: Wenn ich meinem Weg vertraue, sorgt er immer für mich.



























